Ergül
cengiz, selbst-ähnlichkeit
Ergül Cengiz (1975) zeigt in ihrer zweiten Einzelausstellung
bei Françoise Heitsch in München ihre
neuesten Leinwandarbeiten, die eine Intensität
von Ästhetik und Identität zum Vorschein
bringen. Motivisch verbleibt die Künstlerin bei
Figuration und flächiger Erzählstrukturen,
die sich in florale und arabeske Ornamentik einbetten
und dadurch eine kennzeichnende Verbindung zu Persönlichkeit
und kulturellen Ursprung herstellen und der Wahrnehmung
einen weitläufigen Blick über die bildlichen
Grenzen hinaus erlauben. Ihre kulturelle Prägung
und ihr Studium orientalischer Formensprache verweben
sich mit abendländischen Bildkomponenten und
entführen den Betrachter in eine kulminierte
Welt ihrer globalen Sichtweise. Menschenmassen, Vögel,
Blumen oder Tiere durchstreifen eine tragende Komposition
ungegenständlicher Bildflächen, wie dominante
Ornamentierungen, orientalische Kachel- und Teppichmuster,
oder aber abstrakte illusionistische Muster, die ein
Zitat der Optical Art aus den 60er Jahren erahnen
lassen. Ergül Cengiz verbindet zwei kulturelle,
künstlerische (Bild-)Welten miteinander und ermöglicht
eine Symbiose zweier Thesen, indem sie sie gleichwertig
durchdringt und uns somit nicht vor die Wahl zwischen
These und Antithese stellt. Ergül Cengiz ist
auf der Suche nach dem Gleichgewicht der Sehgewohnheiten
zwischen Orient und Okzident und bewegt sich dabei
wie ein leises Metronom, das stetig und gleichmäßig
zwei weit entfernt voneinander liegende Zentren bindet.
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