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„Liebe ist nur ein Wort“ sagt ein Roman
über eine Liebe, die im Selbstmord eines jungen
Mannes endet, der in der Halt- und Ziellosigkeit seiner
jugendlichen Existenz um eine große Liebe ringt;
es erweist sich, dass selbst und gerade die große
Liebe gegen äußere Zwänge und Hierarchien
chancen-los ist.
Martina Salzberger setzt an, uns in ihren jüngsten
Arbeiten (Video, Zeichnung und Skulptur) das Gegenteil
zu beweisen. Nicht als Frosch in der Milch, dem, in
der Hoffnung auf Rettung, langsam die Atemwege verkleben.
Auch ihr Handeln geschieht aus Haltlosigkeit heraus.
Doch um die Liebe wird gerungen und gestrampelt und
zwar wortwörtlich. Dies ist die Anweisung an
den analphabetischen Hampelmann in jedem von uns:
LOVE
Salzberger interessiert sich in diesen Arbeiten nicht
für das Atmosphärische, sondern für
das Handeln. Während in ihren Zeichnungen die
Qualität, die Beschaffenheit einzelner Aktionen
hervortreten und die Befindlichkeit des Körper-Ichs
in unterschiedlichen Zeit- und Raumanordnungen, dient
ihr das Video in erster Linie der Beweisführung
(in der Serie der „Liebhaberpuppen“ 2005/07
war es die Fotografie): für all das imaginäre
Strampeln und Spreizen von Geist und Körper,
auf dass das Blut endlich aus dem Kopf raus und in
die Glieder schießt – Auftakt zum „Saldo
Mortale“. Es zählen die Millisekunden der
absoluten Spannung; die werden herausgeschnitten und
inszeniert, sonst kommt L O V E nicht zustande. Dazu
entstehen für die Ausstellung menschengroße
Objekte, die den Absolutheitsanspruch der Skulptur
in Frage stellen; denn Salzberger will nicht Denkmäler
setzen, sondern Handlungsorte schaffen.
Jenny Thaler |