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Die deutsch-persische Künstlerin Nigin Beck
(1984) zeigt in ihrer ersten Einzelausstellung Arbeiten,
die ein emotionales Wechselspiel von Nostalgie, Erinnerung
und „Fabel-haften“ in uns hervorrufen.
Ihr Repertoire an inneren Bildern, Phantasien und
Vorstellungen und dem Bewusstsein einer eigenen Endlichkeit
übersetzt sie in gestickten Motiven auf gesuchten
Seiden- und Taschentüchern und verwandelt sie
auf diese Weise zu persönlichen wie universalen
Reliquien fast Vergessenen – Nigin Becks Arbeit
besitzt die intime Qualität einer Miniatur, die
den Blick nach Innen wendet.
Die Komposition ihrer Arbeit ist das Spiel der Muster
mit offen metaphorischen Allegorien. Das feminine
Handwerk der Stickerei kombiniert mit neu belebten
Tüchern aus der Vergangenheit erzählt von
einer flüchtigen Sentimentalität des Vergehens
und erweckt in seiner Zartheit und Fragilität
den Eindruck, bereits schon im nächsten Moment
wieder zu verschwinden. Je mehr man sich den ausgestreuten
Bildern nähert, umso emotionaler wird dieses
Verständnis; die assoziative Form der Muster
und Anordnung lässt den „kalkülen
Blick“ mit zunehmender Nähe zu einem gekannten
Gefühl avancieren. Der Blick wird gebrochen und
man findet sich in der uns vertrauten plakativen Brutalität
wieder, da wir mit Versatzstücken aus der jetzt
erlebten Umwelt konfrontiert werden – Slogans
und gestickte Feinheiten verändern aus der Ferne
harmlose Bildmotive zu zeitgenössischen fordernden
Bildsprachen. Nigin Beck verlangsamt die zeitliche
Schnelligkeit und erweckt bereits Vergangen und Vergängliches
in ihren Arbeiten zum Leben, so dass sich der Kokon
ihrer persönlichen Bildersprache zu einem Spiegel
unserer eigenen, mancherorts bedrohten Geschichte
entpuppt.
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