Susanne
Pittroff, metamorphosen
In Susanne Pittroffs Ausstellung metamorphosen bei
Françoise Heitsch zeigt die Münchner Künstlerin
(1959) Objekte und Zeichnungen aus den letzten drei
Jahren, die mit architektonischem Formelrepertoire
spielen, um Örtlichkeiten und deren soziale Bezüge
aufzuzeigen. Es sind einfache Formen, die durch Faltungen
verändert, an der Wand und am Boden installiert
werden, wobei Susanne Pittroffs Herangehensweise an
Form und Medium eher instinktiv erfolgt, ähnlich
einem Feldforscher mit dem Ziel, normative Zwänge
sichtbar zu machen. Dabei löst sie Geometrien
und Strukturen auf, setzt sie neu zusammen oder “faltet“
sie auf. Die Entwicklung der entstehenden Objekte
ist folglich weder determiniert noch vorhersehbar,
sondern die Formen erleben im fortlaufenden Arbeitsprozess
eine zunehmende Konkretisierung. Wenngleich die Formgebung
nicht für architektonisches Planen steht, entspringt
sie dennoch unserem städtischen Umfeld. So zeigt
die Künstlerin in der Galerie Wandobjekte mit
dem Titel “metamorphosen“, die aus dem
Grundriss eines Oktagons hergeleitet sind. Diese Form
verändert sich mehrfach minimalistisch. Auch
die installative Arbeit “public shelter“
bezieht sich auf Verortung – Privatraum oder
öffentlicher Raum? Drei Matten lehnen an der
Wand, wobei die unterschiedliche Ordnung und Farbigkeit
der Hüllen, sich je nach Standort zu Mustern
zusammenfügen. Befasst man sich mit den Begrifflichkeiten
in ihren Objekten und Installationen gerät man
häufig in ein Dilemma der Zweideutigkeiten, die
uns aus fest gefügten Rastern hervorlocken wollen.
So verhält es sich beispielsweise mit ihrer überdimensionierten
Halskette „bound to be wild“ aus dem Jahre
2007. Es sind kombinierte Differenzen bzw. gegensätzliche
Realitäten, die überwunden und in einem
harmonischen Zusammenspiel erdacht werden müssen.
Susanne Pittroff schafft bewusst diese Schnittstellen
und gibt uns einen Denkanstoß diese zu entziffern.
Diese doppeldeutigen Verbindungen spiegeln gesellschaftliche
Strukturen wieder. Man befindet sich auf einem Gebiet,
in dem die herkömmliche Sprache von der Formensprache
abgelöst wird, die Kunst wird zur Sprachenform..
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