Pressetext
Lila Polenaki, Malerei, ab 14.02.2008
Lila Polenaki (1964) hat ihr Malereistudium Anfang
der 90er Jahre in Berlin absolviert, wo sie jahrelang
gelebt und gearbeitet hat. Zum ersten Mal in München
präsentiert sie eine Auswahl an Bildern unterschiedlichen
Entstehungsdatums.
Ihre früheren Bilder kennzeichnen eine Dichte
der Komposition und eine intensive Fülle an Farbe
und Materialität. Berliner Flohmärkte waren
für die Künstlerin eine konstante Inspirationsquelle.
Allerhand Fundstücke – vor allem Textilien,
die ihrem ursprünglichen Haushalts- und Kleidungsgebrauchszweck
entnommen wurden, Papier in unterschiedlicher Form,
Reste aller Art – dort aufgespürt und den
Bildern einverleibt, so dass sie sich zu einem eigenartigen
visuellen Vokabular entwickelten. Es entfaltete sich
eine ganz persönliche Bildsprache, die Lila Polenaki
zu unendlichen Artikulationsversuchen motivierte,
eine Sprache, die vom Körper, von Erinnerung
und von den Leiden einer weiblichen Subjektivität
erzählt.
In den aktuelleren Arbeiten gibt dieser Überfluss
an Materialität allmählich nach. Es entstehen
leichtere Kompositionen, eine virtuos inszenierte
Spontaneität wird erreicht. Frauensilhouetten
in Werbeposen erscheinen flüchtig auf der Bildfläche
– collagierte, ausgeschnittene, nachgezeichnete,
fragmentierte weibliche Körper, gefangen in ihrer
Materialität, trotzdem nie richtig präsent.
Sie schweben in einem Zustand der Ambivalenz zwischen
Lust und Leid, Phantombilder eines malenden Un-bewussten.
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