Sabine
rosenberger, Luftschlößer
Die Welt mit ihrer visionären Perfektionierung
von Technik und Waffen wird bei Sabine Rosenberger
aus ihren Fugen gerissen und entfremdet. Materielle
Repräsentanten der Macht und Stärke werden
zu Vertretern von endlicher Fragilität und festlicher
Leichtigkeit. Sabine Rosenberger reizt die vollkommene
Form einer zerstörerischen Materialität,
sie bringt die ursprüngliche Ordnung aus dem
Gleichgewicht, indem sie ihre Urbestimmung über
eine ornamentale Ästhetik subversiert und dem
Objekt an sich Zweck und Sinn raubt. In majestätischer
Würde präsentieren sich die feierlich geschmückten
Kampfflieger, stolz wie eine prachtvolle Königin,
von der man seinen Blick nicht abwenden möchte,
scheinen sie in ihrer neuen Ordnung die positive Erhabenheit
regelrecht zur Schau stellen zu wollen. Vergessen
ist ihr ehemaliges Reich der Geheimnisse und Undurchsichtigkeiten.
War die hoch entwickelte Stealth-Technologie zuvor
noch ein Mittel des unentdeckbaren Angriffs, fast
unbesiegbar und am Radar nicht wahrzunehmen, präsentieren
sich nun die zweckentfremdeten anmutigen Kampfflieger
als neuartige Objekte voll ästhetischem Stolz
und dem stillen Begehren, der Welt vorgeführt
werden zu wollen. In ihren Skulpturen aus Glas wird
selbige Thematik der verdrehten Ordnung wieder aufgegriffen.
Technische Formen, Raketen und Düsenflieger aus
„unsichtbaren“ und zerbrechlichen Glas
runden die absurde Subversion ursprünglicher
Funktionalitäten in Sabine Rosenbergers Werk
ab und werden gleichsam zu Bewohnern des ästhetischen
Reichs ihrer Luftschlösser.
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