Der
Betrachter der Installation von Carmela Uranga wird
mit dem Betreten der Galerie Françoise Heitsch
Zeuge einer stillgelegten Momentaufnahme einer wütenden
Naturgewalt, die uns mit einem Bild der Verwüstung
konfrontiert. Als wären die Räume überschwemmt,
verteilen sich halbierte Möbelstücke und
Objekte im Raum, die vom grauen Boden wie im Wasser
schwimmend getragen werden. Auf den Regalen befinden
sich instabil wirkende Objekte, die sich, wie im Sturz
aufgehalten, nach unten biegen, als befände man
sich in einem Raum, der plötzlich und überstürzt
verlassen werden musste. Geht man aus dem "Raum
der Überschwemmung" ins Untergeschoß,
erschleicht den Betrachter auch hier ein unangenehmes
Gefühl der Beklemmung, denn es scheint, als stünde
man unter der Erde, wo man die Wurzeln der schwimmenden
Objekte im Erdgeschoß an der Decke wieder erkennt.
Hier hängen die Unterteile der halbierten Möbelstücke,
die im Erdgeschoß "aus dem Wasser ragen"
und man hält sich nur ungern unterhalb der Tischbeine,
der Schrankhälften und Stuhlfüße auf,
die so bedrohlich über unseren Köpfen hängen.
Die umgekehrte Wahrnehmung der "Flutkatastrophe"
im Erdgeschoß forciert das Gefühl, dass
wir uns in Sicherheit bringen sollten. Carmela Uranga
schafft ein skulpturales Projekt des sich über
Wasser Haltens bzw. des überschwemmt seins und
lenkt so die Aufmerksamkeit auf all jene Naturkatastrophen
und katastrophalen Weltgeschehnisse, die uns aus unserer
Ich-bezogenen alltäglichen Routine herausreißen
und dazu drängen, weitsichtige Maßnahmen
zu ergreifen, um nicht unter zu gehen.
Carmela Uranga, Kompositionsskizze,
2009
vita
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